Archiv für Februar, 2008

patt situation

Februar 24, 2008

Gestern, einen Tag vor der Hamburg Wahl, …Heute Nacht beim Zappen gesehen:

endspurt

….ganz abgesehen davon, dass solche “Umfragen” reine telematische Mehrwertdienste sind, ohne jede statistische Relevanz (Wer ruft da eigentlich an, und spendet 26 Cent an notleidende Privatsender?), sind sie selten so lustig wie dieses “Televoting” hier. Gibt sie doch den Glauben an eine Entscheidbarkeit durch Wahlen wieder, wie sie sich vermutlich auch in den Ergebnissen der heutigen Hamburger Wahl wiederspiegeln werden. Diese Hoffnung sorgt wiederum für ein Patt, an das aber selber niemand (ausser 0,7%) glauben mag.

everything counts in large amounts

Februar 24, 2008

Angesichts der rasant ansteigenden Zahl von Überwachungsprojekten schiebt sich die Frage nach einer vernünftigen Verwertbarkeit dieser Datenmassen in den Vordergrund. Wenn beispielsweise die EU künftig Flugpassagierdaten 13 Jahre lang speichern will oder die deutsche Bundespolizei Zugriff auf die Daten von 29 Millionen Schiffspassagieren erhalten soll, müssen diese Exzesse der Dataveillance auch in irgendeiner Form auswertbar und mit anderen Daten verknüpfbar gemacht werden. Zur Zeit scheint die Ausbreitung eher dazu zuführen, dass Überwachungssysteme nicht nur oftmals am Rande der Legalität operieren, sondern auch weitgehend ineffizient arbeiten — glaubt man aktuellen Untersuchungen, wie u.a. in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “MaxPlanckForschung” über deutsche Rasterfahndungen:

“Dabei (wurden) mangelhafte richterliche Kontrolle, veraltete Software, technische Schwierigkeiten und eine sehr niedrige Erfolgsquote festgestellt.”

und

“Danach führten gerade einmal 13 Prozent der Rasterfahndungen zum Ermittlungen des Täters”

Ein us-amerikanischer Bericht macht sich darüber hinaus Sorgen über die Anfälligkeit gigantischer Überwachungsspeicher — wie das derzeit geplante us-amerikanische Lauschprogramm – und zählt “ernsthafte Sicherheitsrisiken” auf:

“Danger of exploitation of the system by unauthorized users, danger of criminal misuse by trusted insiders, and danger of misuse by government agents.”

Gleichzeitig wird so emsig wie erfolglos an der Automatisierung der Überwachung gearbeitet. Stolz meldet der Bundes-Zoll, dass seine Software XPIDER “täglich 100.000 Internetseiten” auf der Suche nach steuerrechtlichen Verstößen abgrast. Da es aber keine Auswertung über den Erfolg dieses Überwachungstools gibt, mutmaßt heise.de:

“Gut möglich also, dass jeden Tag Hunderttausende Internetseiten gescannt werden und so gut wie nichts dabei herausspringt.”

Wenn die derzeitige Entwicklung der Überwachungsbestrebungen nicht so monströs wäre, gebe es also durchaus Grund zur hämischen Schadenfreude angesichts des Datenmülls, der da die Festplatten füllt. Wahrhaftig monströs (im Sinne einer neuen Qualitätsstufe) wird es aber, wenn erst Semantic Web und anderen Technologien zur automatischen Verknüpfung und Auswertung von Inhalten ihren Durchbruch erfahren und mit denen es gelingen könnte, den Daten “Herr” zu werden.